Web 2.0 – Öko 2.0 – Business 2.0
18.1.2008 von Hans-Gerd Staschewski.

Web 2.0 – das www entwickelt sich zum interaktiven Mitmachweb, zum dialogischen Web. Der Horizont dieses Netzes ist global, die Herkunft und der Aktionsradius der Akteure ist häufig regional. Dazwischen liegen viel Kreativität und Neugier der Beteiligten, um in einem offenen Raum authentisch die Grenzen eines neuen Miteinander auszutesten.
Das kann nicht ohne Folgen bleiben für die Welt, in der wir offline agieren. Fasziniert bin ich in diesem Zusammenhang von dem Auftauchen der LOHAS. Wir begegnen Marktteilnehmern, die ihre Entscheidung bewusst treffen. Sie verbinden Lust auf Leben mit konkreten Anforderungen an Ästhetik, Nachhaltigkeit und sozialen Standards der Produktion. Unternehmen, die dieses nicht bieten, werden in der Kaufentscheidung nicht berücksichtigt. Gleichzeitig sind sie von den Unternehmen auch nicht so leicht zu fassen. Quer aus allen Alters- und Einkommensgruppen sowie sozialen Schichten rekrutieren sich die Menschen, die wir heute als LOHAS bezeichnen. Bei ihnen als Kunden finden wir eine Affinität für Öko- oder Bioprodukte, die aber nicht einhergeht mit einer Technikfeindlichkeit und Verzichtsmentalität, wie wir sie aus der Frühzeit der Ökobewegung kennen. Wir haben es mit Verbrauchern zu tun, die wir analog zu Web 2.0 als Öko 2.0 bezeichnen können. Eine neu entwickelte Struktur von Akteuren hat den Marktplatz betreten und verändert ihn.
Doch was ist mit den Anbietern, was mit den Unternehmen auf diesen Märkten? Was ist mit dem Business 2.0? Die ersten Gewinner sind sicherlich die Spinner von gestern. Es sind die Unternehmer, die diese Werte für sich auch schon vorher vertreten und umgesetzt haben. Sie treffen nun auf eine nennenswerte Zahl von Käufern, die ihrem bisherigen Engagement recht geben. Wir erleben den Start einer Unternehmenskultur, in der die Betriebe authentisch über Werte geführt werden. Die Produkte werden im Dialog mit den Kunden entwickelt und in Einklang gebracht mit deren Anspruch an Ästhetik, Nachhaltigkeit und sozialen Standards, die sich genauso in der Person des Unternehmers wieder finden. Zurzeit sind es oft die Solo- und Kleinunternehmer, die dieses vorleben und in ihren Betrieben umsetzen. Mittelstand und Konzerne funktionieren demgegenüber häufig auf einer anderen Entwicklungsstufe. (Siehe ganz aktuell Nokia) Von denen erwarte ich, wenn überhaupt, eher ein „greenwashing“, denn eine wirkliche Änderung ihrer Geschäftspolitik. Dazu bräuchte es neue Menschen in den Vorständen und Geschäftsleitungen. Solange es diese nicht gibt, brauchen wir bis dahin die richtigen Gesetze. Doch dort, wo etwas passiert, sollten auch wir ganz vorn mit dabei sein.
Elita Wiegand hat uns mit einem Urgestein dieser Bewegung bekannt gemacht, mit Josef Jacobi. Neue Räume und neue Orte für Business 2.0
Marktplätze entwickelt Christoph Hinderfeld mit seiner Zunft AG. Einen Termin, den Sie sich vormerken sollten, ist der 29. Mai 2008. In Wachenheim an der Weinstrasse findet der 1. Zunft-Tag statt, zu dem Sie hier weitere Informationen finden. Im Herbst eröffnet dann der erste Concept-Store der Zunft AG in Essen auf der Zeche Zollverein. Weiteres zu diesem Themenkomplex folgt - und hier komme ich zum Ausgangspunkt zurück, auf unsere WEB 2.0 Plattform, den Innovativ-in Blog. Meine Begeisterung gilt dem Business 2.0, den Menschen, die dahinter stehen, den neuen Märkten, auf denen wir agieren und den Terminen für das Offline-netzwerken und genießen. Diese Begeisterung möchte ich hier gerne mit Ihnen online und auch offline teilen.